Archiv nach Monaten: August 2008

Mir geht es nicht gut. Ich bin sehr traurig. Traurig, weil ich befürchte, dass sie mich nichts von mir wird.
Ich frage mich dann, was falsch ist an mir, ob ich falsch bin, ob ich kein richtiger Mann bin, nicht Mann genug bin oder warum ich kein guter potentieller Freund bin.
Ich habe im Moment das Gefühl, dass alle Frauen nichts von mir wollen, weil ich nicht Mann genug bin, nicht attraktiv genug, irgendwas mit mir nicht stimmt.
Im Ergebnis fühle ich mich wertlos. Ich meine das Problem ist ja, dass ich bisher keinen anderen Weg gefunden habe, um mich, mein Selbst zu definieren als über die Rolle in einer Beziehung. Ich will ein perfekter Freund sein, ein perfekter Vater und dafür eine nach meinen Massstäben perfekte Frau haben. Interessanterweise kommt es mir dabei nur auf das Aussehen an, zumindest vorrangig. Wie ich bei meiner letzten Freundin gemerkt habe, ist Aussehen auch nicht alles.
Ich bin die letzten Tage in eine Rolle gerutscht. Ich habe das gemerkt. Ich habe mich von der Realität entfernt. Ich habe so langsam das selbe Gefühl, dass ich hatte, als ich mit meiner letzten Freundin zusammen war. Im Nachhinein kommt mir diese Zeit geradezu unwirklich vor. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, ich habe mich aus der Realität ausgeklinkt und nur noch für die Beziehung gelebt. Und ich merke, wie ich momentan wieder aus der Realität abdrifte und mich nur noch in dieser Rolle sehe, die ich ausfühle. Und ich möchte das nicht. Denn es ist ein Muster, dass mich im Endeffekt nur immer wieder runterziehen und in eine Depression stürzen wird.
Ich weiß auch nicht, warum ich mich jetzt so in diese Beziehungssache hineinsteigere. Wie ich ja bereits festgestellt habe, erfühlt das bei mir eine stark kompensatorische Funktion. Aber gerade das kommt mir im Moment nicht richtig vor, denn ich glaube nichts zu kompensieren zu haben. Ok, vielleicht ist es die wachsende Angst davor bei der Examensklausur zu versagen, die ich auf diese Weise verdrängen kann und nicht wahrnehmen muss. Aber eigentlich sollte diese Angst auch nicht so groß sein, dass ich sie kompensieren muss. Denn im Moment habe ich immerhin noch das Gefühl, dass ich mit dem Lernen gut vorankomme und im Plan liege. Trotzdem darf ich sicherlich nicht die Bedeutung unterschätzen, die das auf mich hat, denn es ist der finale Punkt, an dem sich zeigt, ob ich so gut bin, wie ich gerne wäre. Denn es wäre eine Katastrophe, wenn ich der Welt sagen müsste, dass ich nur ein schlechte Note geschrieben hätte.
Aber vielleicht ist es einfach auch die Sinnlosigkeit, die ich in meinem Leben sehe, denn ohne eine Freundin weiß ich nicht wofür ich lebe. Eines weiß ich aber; und zwar das ich sicher nicht für mich lebe. Dabei ist es das, was ich tun sollte.

Es hat aber auch besonders den Narzissten in mir gestärkt, dass dieses junge hübsche Mädel sich für mich interessiert, mir Komplimente macht, aufgeregt ist, mich zu sehen. Um dann das Interesse an mir zu verlieren.
Das dramatisch ist für mich, glaube ich, dass sie mich jetzt schon ein kleines bisschen kennengelernt hat und weil sie schon Interesse an mir gezeigt hat. Deswegen wäre eine Ablehnung jetzt um so schlimmer für mich. Denn sonst hätte ich mir immer sagen können: Ja, die weiß nicht, was sie verpasst. Ich meine, klar, objektiv müsste man sagen, dass sie mich jetzt auch noch nicht kennt. Wir haben bisher insgesamt vielleicht 30 Minuten miteinander geredet. Wie soll man einen Menschen innerhalb so kurzer Zeit richtig kennenlernen. Andererseits kann man viele Schlüße ja schon nach Sekunden ziehen. Das macht es eben so dramatsich für mich.
Trotzdem würde eine Ablehnung eigentlich nichts über mich aussagen. Es kann ja zB einfach nur sein, dass sie den Altersunterschied zu groß findet, womit sie vielleicht ja auch Recht hat oder sie doch eher auf ihre Landsleute stehtoder eher ein Arschloch als Freund will. Manche Frauen finden das ja toll.

Heute war es zum Beispiel auch unerträglich für mich in so einem weiten langärmeligen Shirt rumzulaufen. In diesen Shirts sieht man immer nicht, wie muskulös jemand ist. Aber wenn ich durch sie abgelehnt werde und dann noch nicht mal meine Muskeln zeigen kann, fühle ich mich erst Recht als wertloses nicht beachteter Mensch. Das Problem ist vielleicht einfach, dass ich in meinem Kopf immer der Vorstellung unterliege, dass ich etwas besonderes wäre, jemand der aus der Masse heraussticht. Aber gerade das zeichnet ja einen Narzissten aus.

Auch wenn ich nur durchschnittlich bin, so bin ich trotzdem etwas besonderes, etwas liebenswertes.

ich verliere meine konzentration, meine konzentration auf das für mich momentan wichtigste. Das hübsche Mädel, dass ich kennengelernt habe, hat es geschafft, mich extremstens vom Lernen abzuhalten. Und das obwohl das momentan meine einzige Sorge sein sollte.

Ich denke sie ist an mir interessiert, aber ich befürchte gleichzeitig, dass sie der Altersunterschied von 6 Jahren zu sehr stört. Aber es gibt viele Zeichen, die dafür sprechen, dass sie an mir interessiert ist. Sie kommt extra geschminkt und einparfümiert ins fitnessstudio, entschuldigt sich, dass sie keine Zeit für mich hatte, während sie gearbeitet hat.

Ich habe sie heute gefragt, ob sie mal etwas mit mir trinken gehen möchte, vor allem da ich sie ab nächster Woche nicht mehr täglich sehen kann, da bei ihrer Arbeit versetzt wird. Aber irgendwie hat sie da komisch drauf reagiert. Aber ich kann mir auch viel einbilden.

Das größere Problem ist eigentlich, dass ich es nicht schaffe einzusehen, dass es auch gute Gründe gibt die daegegen sprechen etwas mit ihr anzufangen. Alleine z.B., dass wir uns in unterschiedlichen Lebensabschnitten befinden. Aber ich will eben gerade auch für so jemanden der verständnisvolle perfekte Freund sein. Aus meiner Logik heraus ist es ja so, dass ich jede einigermaßen hübsche Frau als Freundin nehmen würde, ohne andere Ansprüche zu haben.

Und so wäre es für mich ein großes Versagen, wenn aus uns beiden jetzt nichts werden würde. Ich merke auch, wie meine Stimmung zur Zeit davon abhängt, wie ich gerade über meine Chancen bei ihr nachdenke.

Ich muss mir klar machen, dass es da draußen noch tausende potentielle Partnerinnen für mich gibt und ich auch Ansprüche an eine Beziehung haben sollte. Mein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, ob mich jede Frau als Freund nehmen würde.

Und ich muss mir klar machen, dass meine oberste Priorität das Examen sein muss. Für Frauen ist dann zwar noch Zeit, aber nicht viel. Und Lernen sollte immer vorgehen.

Erstens möchte ich gerne mehr lernen. Jeden Tag, an dem ich nicht gelernt habe, geht es mir schlecht. Ich gerate dann in Panik. Ich meine im Inneren möchte ich halt doch noch das Ziel Supernote erreichen und nicht das Ziel Realistische Note. Obwohl ich mir darüber bewusst bin, wie falsch diese Denkweise ist, sehe ich trotzdem immer nur das Versagen, als Kehrseite des Perfektionismus, den ich anstrebe.
Ich muss mir immer wieder sagen: Du versuchst dein Bestes zu geben, und wenn es keine bessere Note wird, dann halt nicht.
Und zweitens klammere ich mich angesichts meiner wachsenden Versagensangst an eine mögliche Beziehung mit dem Mädchen, dass ich in der Mensa kennen gelernt habe. Obwohl ich sie noch nicht gefragt habe, ob sie überhaupt Interesse an einem Date hätte, spiele ich im Kopf schon eine mögliche Beziehung durch, was einfach krank ist, denn ich weiß noch nicht mal viel von ihr und habe mich jetzt nur ein paar Mal unterhalten. Vielleicht ist sie ja auch zu jung. Aber in meiner Vorstellung, in der ich mich als den perfekten Partner sehe, gehört es eben auch gerade dazu, dass ich mögliche Schwächen akzeptiere, schließlich sehe ich mich ja in meiner Vorstellung als der Traummann für jede Frau.
Dabei sollte mir klar sein, dass ich gar nicht der Typ einer Frau sein kann, wir uns in wichtigen Charaktereigenschaften nicht oder nur schlecht ergänzen, auf gewissen Ebenen zu unterschiedlich sind und sie vielleicht auch einfach noch zu jung ist.

Achte darauf nicht in die zwei Rollen zu verfallen!

Was willst du sein? Wer bist du?

Was dir positives widerfährt hat unabhängig von der inneren Zuordnung mit deinem realen Ich zu tun!

Führe einmal pro Woche ein Gespräch!

Das ich mich so auf Frauen konzentriere in letzter Zeit ist zwar ein Kompensationsmechanismus, aber es ja nun mal so, dass auch mein reales Ich sich freut, wenn es Aufmerksamkeit von Frauen bekommt.

Wichtig ist vor allem, dass ich mir klar mache, dass ich bisher so große Angst davor hatte, Frauen anzusprechen, weil ich der Überzeugung war, dass ich nur in der Rolle / Wahrnehmung als perfekten „Partners“ das Gefühl hatte, es Wert zu sein eine Freundin zu haben. Aber gerade, weil ich mich dann für so perfekt gehalten habe, konnte es aus meiner Sicht nicht sein, dass auch nur irgendeine Frau mich ablehnt. Das hätte für mich praktisch bedeutet, dass ich nicht so perfekt sein kann, wie ich gerne wäre. Das ich eben nicht der Traummann aller Frauen bin.Und das hätte mir gezeigt, dass ich nicht der perfekte Partner bin. heute weiß ich unter anderem auch, dass diese äußerliche Perfektion aber auch abschreckend ist und anderen gliechzeitig ihre eigene Unvollkommenheit verdeutlicht und deshalb auf Ablehnung stößt.

Ich muss mir heute klar machen, dass es ganz normal ist, dass man vielleicht nicht der Typ einer Frau ist, dass die Chemie nicht stimmt oder das sie gerade nicht darauf aus ist, einen Freund zu finden. Man muss es als Mann eben 20mal probieren, bis es dann mal klappt.

Wenn ich jetzt eine Beziehung anfangen würde, müsste ich halt klar dazu stehen, dass ich eben wenig Zeit habe. Ich müsste auch offen darüber reden, dass ich dazu neige, mich selbst zu zerstören, indem ich alles für eine Beziehung opfere (vielleicht in weniger drastischen Worten ausgedrückt).

Alle meine inneren Kämpfe spielen sich nur in meinem Inneren ab. Ich selber ordne mein Verhalten oder Situationen dem Versager zu oder dem Superhelden.

Wenn ich etwas Positives erlebe, dann denke ich innerlich, dass es daran lag, weil ich gerade dem perfekten Menschen, der ich sein will, nahe gekommen bin. Dritte sehen das in der Situation aber nicht. Sie sehen nur mich.

Ich muss mir klar machen, dass diese positive Seite auch zu mir gehört und nichts mit dem Pefektionismus zu tun hat, dem ich sie innerlich zuordne. Nach außen hin bin ich niemand anders, als ich vorher war.

Was ich mir auch klar machen muss, ist dass ich in Situationen, in denen ich das Gefühl habe, Außenseiter oder Versager zu sein, mir dies ann gerade erst recht so vorkommt, weil ich mich innerlich unter so starken Druck setze, dass mein wahres Ich megapositiv und beliebt sein muss. Wenn ich dann das Gefühl habe, dass ICH das gerade nicht bin, dann werde ich innerlich traurig und ziehe mich innerlich zurück, was sich dann natürlich in meinem Verhalten nach außen hin zeigt.

Eines der Probleme, dass mich am meisten verfolgt, ist die ewige Traurigkeit darüber, dass ich keine Freundin habe. Oft passiert es, dass mich der Anblick einer hübschen Frau in ein tiefes Loch reisst. Doch warum? Das habe ich mich immer gefragt.

Heute weiß ich es. Ich habe mich darüber identifiziert, ob ich ein guter Partner in einer Beziehung wäre. Und ich habe mir immer mehr vorgestellt, ich kann dieser perfekte Übermensch sein, der praktisch für jede Frau der Traummann schlechthin ist. Doch nicht diese Identifikation über die Partner-Rolle selbst hat die unbändige Sehnsucht in mir ausgelöst. Vielmehr ist es so, dass ich immer dann in diese Melancholie verfalle, wenn ich mit der Realität konfrontiert wurde, mit der Tatsache, dass ich es eben nicht schaffen kann, diesem perfekten Selbstbild, das ich gerne von mir habe, nahe zu kommen.

Wenn ich z.B. einsehen muss, dass ich mein Studium vermutlich nicht mit Traumnoten abschließen werde, dann zeigt mir das, das ich nicht der perfekte Partner bin, den der wäre ja „reich“. Der Narzisst in mir sucht in dieser Situation dann nach einer Kompensation. Wenn ich meine Traumfrau als Freundin hätte, dann würde das mir ja zeigen, dass ich eigentlich gut genug bin und ich müsste mich nicht mehr darüber ärgern, dass ich eben nicht der Superheld bin.

Wenn es um meine Persönlichkeit geht, bestehe ich aus 2 Teilen. Der eine Teil ist der Narzisst bzw. Perfektionist. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich anderen Leuten gegenüber perfekt wirke und mir selber vorspiele, dass ich dieser perfekten Rolle nahekomme, dann geht es mir super, ich bin bestens drauf und lebe diesen einen Teil meiner Persönlichkeit aus. Aber dieser narzisstische Teil hat auch immer einen Gegenpart. Nämlich den Versager, der nichts Wert ist, in seinen Augen und aus seiner Sicht auch in den Augen anderer.

Je mehr ich in der Rolle des Perfektionisten aufgehe, umso besser geht es mir zwar, aber genauso sehr wächst auch der ängstliche Teil in mir und die Gefahr, dass ich urplötzlich total in die gegensätzliche Rolle falle, ist groß.

Das Probem besteht darin, dass ich eben sehr schnell dazu neige, diesen Perfektionismus anzustreben, denn wenn ich meine ihn fast erreicht zu haben, dann wirkt das auf mich wie eine Droge. Es ist ein tolles Gefühl, dass man dann hat. Doch die Wirkung kann eben ziemlich plötzlich nachlassen und man fällt in ein tiefes Loch.

Seit meiner Pubertät, die Zeit, in der ja besonders die eigene Persönlichkeit geprägt wird, trage ich eigentlich nur diese zwei Identitäten mit mir rum, die ich in meinen Augen ausfühle. Es geht ja im Prinzip um Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, um den Charakter. Das alles hängt ja miteinander zusammen.

Ich sehe mich entweder in der Rolle des Perfekten Partners, des Narzissten oder entgegengesetzt in der Rolle des Versagers, des ängstlichen kleinen Jungen, der nichts Wert ist. Aber abgesehen von diesen zwei Extremen, kann ich meine Persönlichkeit, meinen Charakter nicht definieren. Ich stehe heute vorm Spiegel und sehe entweder den perfekten Typen oder den hässlichen, nutzlosen Versager, der nicht geliebt wird. Ich sehe aber nicht mich.

Ich weiß auch nicht, wer ich sein will, was ich fühle.