Archiv nach Monaten: Juli 2008

Ein Fehler, den man schnell macht, wenn man Vorsätze macht, besteht darin zu sagen, ab jetzt werde ich „nie mehr“ oder „nur noch“ dies oder das tun.

Denn diese Vorsätze sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn sie sind weder erreichbar und auch nicht überprüfbar. Verstßt man ein einziges Mal gegen einen solchen Vorsatz, so ist alleine schon wegen der Absolutheit des Vorsatzes, dieser komplett verloren. Die Enttäuschung ist alsp schnell da, man hat schnell versagt und man wird es ja nie schaffen. Solche Vorsätze produzieren also auch nur negative Gefühle.

Am cleversten ist es, es so zu machen, wie die Anonymen Alkoholiker. Würden diese sich vornehmen nie wieder zu trinken, wäre dieser Vorsatz sinnlos, da er praktisch nicht erfüllt werden könnte. Da Versagen wäre vorprogrammiert. Deshalb sagen sie sich immer: „Heute  trinke ich nicht!“ Und am nächsten Tag schauen sie dann wieder und sagen sich wieder: „Heute trinke ich nicht.“

Natürlich kann auch dieser Vorsatz scheitern. Aber er ist realistisch und erreichbar und überprüfbar. Deshalb ist die Motivation und die anschließende Freude, wenn man ihn erreicht hat, größer. Und sollte man es nicht schaffen, sich an den Vorsatz zu halten, dann ist die Enttäuschung auch nicht so groß. Denn morgen hat man ja wieder aufs Neue die Chance, den Vorsatz erneut zu fassen.

dies oder das gemacht hätte. Wie oft denkt man sowas nicht. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es aber eigentlich nur eine Entschuldigung. Gerade als Narzisst ist man dazu geneigt, sich selbst so über die eigenen Schwächen hinwegzutäuschen.

Wieso also solche Sätze denken? Objektiv betrachtet bringen einen diese Aussagen nicht weiter. Was hat man von ihnen? Sie erzeugen in einem nur negative Gefühle; weiterhelfen tun sie einem auch nicht. Wenn man in der Vergangenheit nicht anders handeln konnte, dann hatte das Gründe, dann konnte man es zum damaligen Zeitpunkt einfach nicht. Nicht umsonst gibt es das irgendwie dämliche Sprichwort:

„Wenn das Wörtchen wenn nicht wär’, wär’ ich längst schon Millionär.“

Ich habe über dieses Sprichwort nie nachgedacht, aber in ihm steckt viel Weißheit, denn es zeigt doch nur, wie absurd es ist, sich Gedanken darüber zu machen, was doch alles hätte passieren können. Der Blick in die Zukunft zählt und noch wichtiger ist die Gegenwart.

Entweder ich laufe durch die Welt, hüpfend, springend und gehe offen auf Menschen zu, mache Scherze hier und da und fühle mich gut. Oder ich bin bin ruhig, in mich gekehrt, traurig, verhalte mich anderen gegenüber schüchtern und rede wenig.

Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dem perfekten Idealbild, das ich von mir habe, nahe zu kommen oder denke, dass ich es erreichen kann bzw. erreicht habe, geht es mir super, ja bin ich nahezu euphorisch. Aber immer, wenn ich das Gefühl habe, von diesem Idealbild entfernt zu sein und es nicht erreichen zu können, bin ich schlecht drauf.

Ich muss lernen zu sehen, dass es kein Versagen bedeutet, diese idealistischen Ziele, die ich habe, nicht zu erreichen, denn sie dind irreal und eben gerade nicht erreichbar. Zumindest für einen normalen Menschen. Ich muss lernen zu sehen, dass es ok ist, so wie ich bin. Dass ich eben kein Übermensch bin und nur das erreichen kann, was ich eben erreichen kann.

Entscheidend ist doch, dass man das gibt, was man geben kann. Dann kann man auch mit sich zufrieden sein, unabhängig davon, wie weit einen das gebracht hat.

Und gleichzeitig ist es auch immer wichtig, sich das Bildnis vom Fußballspieler vor Augen zu halten. Selbst die besten Fußballspieler haben Phasen, in denen ihnen nichts gelingt, in denen sie einfach keine Tore schießen. In anderen Zeiten wiederum, scheint es, als gelänge ihnen einfach alles und sie schießen Tor um Tor. Genauso gibt es Tage, an denen man sich nicht so gut zur Arbeit motivieren kann, an denen man unkonzentriert und müde ist.

Das Streben danach, in etwas möglichst gut zu sein, ist normal. Nur muss man sich klar machen, dass es kein Versagen bedeutet, wenn man seine gesteckten Ziele nicht erreicht. Erst recht dann, wenn man sie für sich unerreichbar hoch steckt. Denn tut man das, gibt man schnell auf, weil man eben frustriert ist und für sich nicht mehr die Möglichkeit sieht, die eigenen Ziele zu erreichen. Setzt man sich im Gegensatz dazu kein Ziel oder ein realistisch erreichbares, passiert es eher, dass man über dieses Ziel vielleicht noch hinauskommt.

Ich muss mir klar machen, dass ich mich momentan nur auf ein Ziele konzentrieren sollte.