Zwischenstatus
Wie geht es ihnen?
Naja. Was soll ich sagen. Eigentlich ja ganz gut. Ich habe eine schöne Wohnung, die toll liegt. Die Richter am Landgericht sind alle sehr nett und auch in meiner AG sind sehr nette Leute. Es könnte also alles viel schlimmer sein.
Aber ich bin gestresst und ich denke es ist, weil alles nicht perfekt ist.
Ich möchte, dass alles perfekt ist, das alles perfekt eingerichtet ist, perfekt funktioniert, ich in meinem Lernrythmus drin bin, im Trainingsrythmus.
Nur. Das kann ich alles nicht erreichen, weil es momentan eben nicht möglich ist.
Naja, sie befinden sich in einer Außnahmesituation. Da ist es doch normal, dass man viel erledigen muss, dass irgendetwas ansteht. Da können sie natürlich nicht erwarten, dass alles schwupps..perfekt ist.
Was würde ihnen das überhaupt bringen, wenn alles perfekt wäre? Was wäre dann anders?
Tja, was wäre dann anders. Dann würde ich mich wohl fühlen, hätte meine klaren Strukturen.
Die werden sie ja aber sicher noch finden. Das dauert eben seine Zeit. Das müssen sie sich klar machen. Natprlich hatten sie die in Heidelberg am Ende, aber da haben sie auch 4 jahre gewohnt.
Natürlich ist der Wechsel daher jetzt extrem, aber begreifen sie das ale Chance. Sie können so viel neues entdecken, so viel neues kennenlernen. So viele neue Menschen kennenlernen. Viele Menschen leben ihr Leben lang am immer gleichen Ort. Die haben gar nicht diese Möglichkeiten.
Und es ist für sie die Möglichkeit sich selbst zu finden, den wahren ####, nicht den perfekten ######, den es gar nicht geben kann.
Tja, das stimmt wohl. Ich muss aber vielleicht auch einfach meine Prioritäten andes setzen. Ich habe so das Bestreben, dass alles perfekt ist. Dabei müsste ich mich einfach nur mal mehr auf das Lernen konzentrieren. Ich mache den ganzen Tag über soviel anderen Scheiß, der halt warten muss. Und diese Zeiten, in denen ich mich um soviel kümmern muss, werden auch vorbeigehen.
Ich dramatisiere das in meinem Kopf. Alles ist ganz schlimm. Dabei ist in Wirklichkeit noch sehr viel Zeit für vieles.
Ich werde Weihnachten 2 Wochen Zeit haben, um zu lernen. In der Zeit habe ich bis jetzt ja auch nicht soviel anderes vor. Und zum Trainieren werde ich mich wohl im #### anmelden müssen.
Aber warum will ich auch perfekt sein. Es reicht doch zu trainieren und zu lernen. Was will ich mehr. Wenn man 4mal die Woche AG hat, hat man für andere Sachen eben nicht mehr viel Zeit. Nachmittags habe ich außerdem noch nie gelernt, Ich sollte mich also erstmal davon frei machen, zu meinen an diesen Tagen lernen zu können. Dafür sollte ich mir die freien Tage aufheben.
Aber was hätte ich von diesem perfekten Rythmus? Irgendwas ist immer. Ich kann ihn gar nicht aufrechterhalten. Ich denke ich bin eher deswegen schlecht drauf, weil ich kaum lerne. Ich sollte mir dafür feste Zeiten vornehmen.
Und eine Freundin werde ich auch bald finden. Ich hätte in ### ja auch schon 2 haben können. Wenn nicht sogar mehr. Ich bin nur Scheiße-dumm und wählerisch. Soviele, wie ich hier treffe, sollte das kein Problem sein.
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Wohnungssuche
Es nützt nichts, sich Sorgen zu machen, ob ich eine Wohnung finde, oder nicht. Das hilft einem nicht weiter. Eher im Gegenteil. Man hat also nichts davon.
Bezüglich Anrufen:
Es ist doch so, dass die Leute die Anzeigen aufgeben, weil sie wollen, dass man sie anruft. Wenn sie das nicht wollen, dann sollen sie eine Chiffre-Anzeige aufgeben oder keine Telefonnummer angeben oder die Anzeige rausnehmen, wenn die Wohnung vergeben ist.
Meine Angst ist die Leute zu belästigen, aber wenn sie nicht angeben, wann sie angerufen werden möchten, kann ich es ja nur jederzeit versuchen.
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Die große Prüfung
Ich muss nicht perfekt sein. Ich muss in der mündlichen Prüfung nicht die 12-Punkte-Kandidaten-Fragen beantworten, sondern nur die 4-Punkte-Kandidaten-Fragen.
Was die Leute in der mündlichen Prüfung denken, kann mir egal sein. Bestenfalls sehe ich sie nie wieder.
Ich kann davor nicht fliehen und muss mich dem stellen. Dann sollte ich versuchen noch das Beste daraus zu machen.
Es bringt NICHTS die ganze Zeit darüber nachzudenken und sich darüber Gedanken zu machen, wie das wird.
Negative Gedanken bringen mir NICHTS, gar NICHTS.
Das einzige was etwas nützt ist jetzt konzentriert zu lernen.
Ich habe immer noch eine zweite Chance.
Es ist jetzt wie es ist. Ich kann jetzt auch nichts mehr daran ändern. Ich gebe mein Bestes und mehr geht nicht.
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Verdammte Perfektion
Das ich das mit dem Kühlschrank aufschiebe ist doch gut. Ich konzentriere mich auf das, worauf es ankommt, das Lernen.
Wenn ich das Staatsexamen bestehe, schaffe ich auch alles andere.
Ich muss einen Weg finden, nicht schon jetzt in Stress zu verfallen wegen der mündlichen Prüfung. Wenn ich das durch Selbstbetrug schaffe ist das doch ok. Hauptsache ist, dass ich es schaffe und das ich so motiviert bleibe.
Ich versuche immer noch bei allem perfekt zu sein. Dabei sollte ich mir klar machen, dass ich das gar nicht sein kann, und das ich das auch gar nicht wollen sollte. Das gilt generell und in der mündlichen Prüfung.
Die Vorstellung perfekt zu sein bzw. perfekt sein zu können, spielt sich nur in meinem Kopf ab. In der Realität bin ich es gar nicht und finde trotzdem Anerkennung und werde geliebt.
Ich bin nicht perfekt, und werde trotzdem nicht geringgeschätzt und finde Anerkennung und werde geliebt.
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Die liebe Liebe
Ich muss mich immer fragen, ob ich von der Person, von der ich etwas will (sei es ein Kühlschrank oder eine gute Note), geliebt werden möchte. Und was es mir bringt von dieser Person, die mich nicht definiert, geliebt zu werden.
Mein Grundproblem ist das Problem des kleinen Ichs in mir. Der denkt, wenn er perfekt wäre, dann kann ihm nichts passieren, weil er dann von allen geliebt wird. Und so denke ich heute auch immer, dass ich nur geliebt werde, wenn ich alles perfekt mache bzw. perfekt bin.
Dabei sollte ich mich fragen, was mir passiert oder was schlimm daran ist, wenn ich nicht von all den Leuten, mit denen ich zu tun habe, geliebt werde. Von jemandem, dem ich ein Kühlschrank abkaufen will, muss ich nicht geliebt werden und ich will mich auch nicht über dessen Einschätzung bzgl. mir, definierern lassen, denn diese Leute kennen mich nicht. Außerdem sollte ich ihnen nicht die Definitionsmacht über mich geben. Und außerdem habe ich auch nichts davon von ihnen geliebt zu werden, denn ich werde mit ihnen vielleicht nie wieder etwas zu tun haben.
Ob ich von jemandem geliebt werde, hat nichts mit Perfektion zu tun, sondern mit ganz anderen Faktoren, auf die ich gar keinen Einfluss habe.
Ich muss mir bezüglich der mündlichen Prüfung klar machen, dass ich nicht durchfallen werde. Dies war bei bisherigen mündlichen Prüfungen auch nicht anders. Ich muss das etwas üben und in der münlichen Prüfung werde ich schon irgendetwas sagen können.
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Mutterliebe
Ich bin unmotiviert, weil ich denke, dass ich bei der mündlichen Prüfung versagen werde. Ich muss mir bezüglich der mündlichen Prüfung aber einfach nur realistischere Vorstellungen machen. Es ist kein Auswendiggelerntes vortragen. Vielmehr geht es um Gesamtverständnis. Und selbst, wenn ich durchfallen sollte, so habe ich immer noch eine zweite Chance im Januar 2010. Außerdem gibt es vorher noch eine Probemündliche Prüfung und ich kann einen guten Freund fragen, ob ich mit ihm üben kann.
Ich muss darüber nachdenken, wie es für mich war, wie meine Mutter reagiert hat, wenn ich nicht brav und vernünftig war und scheiße gebaut habe. Sie hat mich trotzdem geliebt und wird mich auch immer lieben, auch wenn ich nicht perfekt sein werde. Und genauso wird es mit Freunden und anderen sein. Keiner wird mich lieben nur weil ich in meinem Beruf gut bin. Und danach definiert sich auch nciht mein Glück.
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Die Liebe meiner Eltern
Ich weiß heute auf jeden Fall, warum ich und meine Schwestern sich mit dem Studium und den Noten immer stressen. Es liegt daran, dass meine Eltern so viel wert auf ihre Außenwirkung lenken und immer die Sorge haben, was die Nachbarn wohl denken. Sie reden selber immer verächtlich über Nachbarn und andere Menschen und wie bescheuert und bekloppt die sind. Das erzeugt bei uns Kindern natürlich die Überzeugung, dass wir auch auf die Außenwirkung achten oder unsere Eltern wert darauf legen, dass ihre Kinder etwas Gescheites machen oder werden.
Wenn meinen Eltern über die Studienleistungen der Kinder ihrer Bekannten reden und das dann vielleicht auch noch so ein bisschen von oben herab, dann muss ich davon ausgehen, dass meine Eltern auch so über mich denken, wenn ich nicht die entsprechenden Stuidenleistungen bringe. Oder das meine Eltern dann zumindest ein Problem damit haben, dass sie dann nach außen nicht mehr so perfekt wirken.
Das ist mit ein Grund, warum ich diese Emphasis aufmeine Außenwirkung lege. Um die Liebe meiner Eltern nicht zu verlieren. Und das ist dann auch der Grund warum ich vor einer schlechten Examensnote Angst habe. Weil ich dann in den Augen meiner Eltern versagt hätte und sie nicht mehr stolz auf mich wären.
Meine Eltern reden immer schlecht über andere und haben gleichzeitig höllishe Angstdavor, dass dann andere bloß nicht schlecht über sie reden. Das haben sie mit Sicherheit von ihren Eltern geerbt.
Ich muss mir klar machen, dass es meinen Eltern absolut reicht, wenn ich das Examen bestehe. Sie glauben daran, dass ich trotzdem erfolgreich meinen Weg gehen werde. Ich bin auf sei auch nicht mehr angewiesen. Ein halbes Jahr mehr wegen einem zweiten Staatsexamensversuch könnte ich mir mit einem Studienkredit auch immer selbst finanzieren. Abhängig von ihrem Geld und ihrer Liebe bin ich nicht mehr.
Ich kann jetzt ich sein und meinen eigenen Weg gehen. Vielleicht ja schon in 2 Monaten.
Wichtig für mich ist, dass ich mich von der Bindung an meine Mutter löse und in die weite Welt hinausgehe. Ich halte halt immer noch daran fest, weil es mir Sicherheit gibt in einer Zeit, in der nichts sicher scheint.
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One Night
Vor kurzem war es soweit. Ich hatte mein erstes Mal. Also genauer, zum ersten Mal einen One-Night-Stand.
Es war wunderschön. Es war so natürlich. Eines ist zum anderen gekommen, alles hat irgendwie von alleine funktioniert. Es war die perfekte Harmonie. Und trotzdem war es kein bisschen perfekt.
Die Brusthaars waren nicht rasiert, die Fußnägel nicht geschnitten, die Kleidung für den Arsch, die Bettwäsche älter, das Zimmer unaufgeräumt und es war spät und ich konnte nicht mehr so wie ich wollte. Und trotzdem war es wirklich schön. Wie das erste Mal nach drei Dates und ohne den Scheißkram vorne dran.
Und was musste ich mir nicht alles anhören. Ich würde so ausgeglichen und innerlich ruhig wirken. Ich wäre irgendwie undurchschaubar. (Ich würde lieber sagen geheimnisvoll
) Ich wäre echt sexy. Ich wäre ein Löwe. Ich hätte ein sehr prägnantes Gesicht und Augen. Ich gehörte zu den Leute, die einem auffallen. Und ich küsste wohl gerne und sei ein sehr guter Küsser. Hmm.
Entweder konnte die Frau gute Komplimente machen oder sie war ein absoluter Profi. Am nächsten Morgen beim gehen fragte ich sie noch nach ihrer Nummer, die sie mir aber nur mit der Bemerkung gab, dass sie momentan keine Bezieung wolle, weil sie sich zur Zeit nicht fest binden will.
Ob das stimmt oder nicht weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich ein Problem damit habe, dass es nach einer einzigen intensiven Nacht ganz plötzlich vorbei sein soll.
Ich denke zunächst trifft es mein perfektionistisches narzisstisches Ich. Wie kann eine Frau keine Beziehung mit mir dem perfekten Ehemann haben. Ist das so? Erstens bin ich nicht perfekt und zweitens kann man auch seinen Spaß haben ohne Beziehung. Die Frage ist nur, ob man das will. Sie anscheinend schon. Ich glaube, ich eher nicht. Aber es war auch nur mein erstes Mal. Vielleicht gewöhnt man sich dran.
Dannn trifft es mich vor meinem eigenen verletzlichen nicht-perfekten Ich. Hat sie das mit dem „sich nicht binden wollen neu gesagt, um mir eine sanfte Abfuhr zu verpassen ? Vielleicht komme ich als ein Langzeitfreund nicht in Frage. Sie wohnt auch sehr weit weg. Das sie keine Beziehung will liegt aber nciht daran, dass ich nicht perfekt war. Sie hat mir mehrmals versichert, dass sie eine schöne Nacht hatte. Sie wollte morgens auch nicht gehen, musste aber.
Sie wird sich wohl wirklich in einer Phase befinden, in der sie sich nicht binden will. Wer weiß schon, wie ihr bisheriges Beziehungleben so aussah. Da sie noch nicht kurz vor 30 und dem Torschlusspanik-Syndrom steht hat sie höchstens ein wenig sehr unrealistische Ansprüche bezüglich eines Mannes/Freund. Da kann ich ihr für die Suche nur sehr viel Glück wünschen! An mir lag es nicht
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Rückfall
Ich muss lernen mit dieser Ohnmacht umzugehen, auch wenn ich es nicht schaffe aktiv durch Tätigkeiten dagegen zu arbeiten.
Ich muss mir klar machen, dass das Ergebnis jetzt von meinem Glück abhängt. Ändern kann ich daran nichts mehr. Und sollte ich durchgefallen sein und nicht bestanden haben, dann kann ich das Examen nochmal ein Jahr später wiederholen.
Ich habe im Moment also nichts zu verlieren. Ein weiteres Jahr zu lernen, wäre auch kein Verlust, da ich ja für meine Zukunft Wissen ansammle.
Desweiteren muss ich wieder mehr darauf achten, nicht dem alten Narzissmus zu verfallen, denn das tue ich gerade. Die lange Pause und der Urlaub hat mir nicht gut getan. Ich war da schonmal ein Stück weiter.
Ich muss neben mir gehen und analysiere was der Narzisst ist und was ich darstellen will und was ich davon habe. Ich muss mir überlegen, dass ich ich bin und muss definieren, wer ich sein will. Denn der Narzisst hat einen großen Schatten und produziert große Angst, je größer er selber wird.
Und ich muss mir klar machen, dass ich nichts verliere und mir nichts passieren kann, wenn ich nicht perfekt bin, sondern ich ich bin.
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